AEZ & Olympia – pure Emotion! London 2012 war ein unglaubliches Erlebnis. Meine Vorstellungen wurden bei weitem übertroffen, das Rundherum war gigantisch und einzigartig zugleich und die Motivation die ich von meiner Olympiapremiere mit nach Hause nehme, ist definitiv enorm. Herzlichen Dank an alle, die mich auf meinem Weg nach Weymouth und während der Olympischen Spiele begleitet haben - ich wurde von meinen Segelkollegen und dem gesamten Team super aufgenommen und unterstützt und bin der festen Überzeugung, dass das bezahlte Lehrgeld eine sehr wichtige Investition für die Zukunft und in dem Fall für Rio 2016 ist. Lehrgeld Sportlich betrachtet war von vornherein klar, dass wir mit der Medaillenentscheidung nichts zu tun haben werden. Die geglückte Qualifikation war die eigentliche Sensation, trotzdem wollten wir uns natürlich so teuer wie nur möglich verkaufen, die Stars ordentlich ärgern und Etappenerfolge einfahren. Rückblickend bin ich, wie fast immer, nicht ganz zufrieden. Wir haben uns zwar einige Möglichkeiten erarbeitet, unterm Strich aber zu wenig aus unseren Chancen gemacht. In vielen Situationen haben wir aufgrund unserer Unerfahrenheit Lehrgeld gezahlt, manchmal wollten wir zu viel, manchmal hat ein wenig das Glück gefehlt. Zum Beispiel in jener Leichtwind-Wettfahrt die wir überlegen angeführt haben, die aber aufgrund einer Winddrehung vorzeitig abgebrochen wurde. Die Entscheidung der Jury war zweifelsohne richtig, wäre die Laune der Natur aber nur um ein paar Grad weniger intensiv ausgefallen, wäre das Rennen fortgesetzt worden. So bleibt ein zehnter Platz als bestes Einzelresultat, ein 13. und drei 15. Plätze sind ebenfalls positiv zu bewerten. Die neuen Olympiasiegerinnen kommen aus Neuseeland, Gold ging an Jo Aleh und Olivia Powrie, Silber an die Britinnen Hannah Mills und Saskia Clark, Bronze an Lisa Westerhof und Lobke Berkhout (NED). Sie alle haben einen unglaublichen Job gemacht, da kann man nur gratulieren. |
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Pure Emotion Echtes Gänsehaut-Segeln war auf dem sogenannten Nothe-Kurs angesagt. Auf dieser Bahn - insgesamt wurde auf fünf Kursen gesegelt, wobei die einzelnen Klassen täglich rotierten - lagen die Tonnen unmittelbar unter Land. Täglich pilgerten bis zu 10.000 Zuschauer auf die Greens und sorgten für eine unglaubliche Stimmung. Der Applaus wurde übers Wasser in die einzelnen Cockpits übertragen, die Welle der Begeisterung war unvergleichlich und für uns Segler ein unbeschreiblich geniales Erlebnis. Die Briten haben sich als tolles und extrem faires Sportpublikum absolute Bestnoten verdient. Auch als Veranstalter bekommen sie aufgrund ihrer Professionalität, extremen Hilfsbereitschaft und ausgenommenen Höflichkeit einen römischen Einser. Ob im Olympischen Dorf, das lediglich einen Steinwurf vom Segelzentrum entfernt war, an den Sicherheitsschleusen, oder am Wasser, die vielen Freiwilligen haben wirklich tolle Arbeit geleistet und mit ihrer gelebten Freundlichkeit alle Herzen im Sturm erobert. Auch die Organisation war sensationell, es wurde uns praktisch jeder Wunsch von den Lippen abgelesen, der Wohlfühlfaktor war entsprechend groß. Und apropos Gänsehaut, was mir ebenfalls für immer in Erinnerung bleiben wird, waren die imposante Eröffnung und die stimmungsgeladene Schlussfeier im Londoner Olympiastadion. Wenn du in eine Arena marschierst und von 80.000 Menschen frenetisch gefeiert wirst, weißt du warum und wofür du so hart gearbeitet hast. Dieses Gefühl wird mich auf meinem weiteren Weg begleiten und immer dann, wenn ich im Training über meine Grenzen gehen muss, werde ich an die Tage in Weymouth und London zurückdenken, mehr Motivation kann es nicht geben. Nächster Meilenstein Zunächst steht die Matura an, die ich ja dankenswerterweise nachholen darf und im September positiv erledigen möchte, dann werden die Weichen für die Zukunft gestellt. Ich möchte so schnell wie möglich wieder aufs Wasser zurückkehren, werde hart arbeiten und in Rio mit anderen Voraussetzungen, neue Ziele verfolgen. 2016 soll die Qualifikation nicht das höchste der Gefühle sein, da ist das Dabeisein längst nicht mehr alles. Ich weiß, dass ich die Anlagen und den Ehrgeiz habe meinen Erfolg von den Jugend-Olympischen Spielen (Singapur/2010) auch bei den „Großen“ umzusetzen. Das ist mein erklärtes Ziel und dafür werde ich alles geben. Vielen Dank euch allen und hoffentlich bis bald, Eure Lara Vadlau |

