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AEZ RC44 Sailing Team
Eine Luxusvilla voll Segel am Mast
Faszination Segeln liefert kommunikativen Rückenwind für AEZ

Räder, das weiß jedes Kind, gehören an ein Auto und nicht an ein Schiff. Dennoch hat sich AEZ als Felgenhersteller bereits vor einigen Jahren vom Motorsport verabschiedet und für den RC44 Segel-Cup als Kommunikationsplattform votiert. Die Tatsache, dass sich Alexander Riklin, Geschäftsführer und Gesellschafter des Mutter-Unternehmens ALCAR, selbst gern vom Wind über das Wasser tragen lässt, erklärt die Leidenschaft hinter dem Projekt, nicht jedoch die wirtschaftliche Grundsatzentscheidung. Riklin erläutert: „Der Segelsport ist für unser Empfinden viel facettenreicher als der vermeintlich so nahe liegende Rennsport. Ein leiser, eleganter, aber auch High-tech-orientierter und schneller Sport, der zu unserer Zielgruppe passt.“
Mit dem eigenen AEZ RC44 Sailing Team beweist das Unternehmen seit mehreren Jahren, dass man nicht mal nur eben schnell in dem positiven Image der schnellen Serie baden wollte. Dieses Jahr stand das Boot bei der Debüt-Regatta, dem Oracle RC44 Cup San Diego, natürlich auch schon wieder unter Segeln. Der 44 Fuß lange und äußerst schlanke Carbon-Leib der Renn-Yacht hat konstruktiv und konzeptionell weit mehr mit einem Monocoque der Formel-1 gemeinsam als mit dem Rumpf eines luxuriösen Freizeitschiffs.

Während die sechs bis neun Mann starke Crew auf dicht gedrängtem Raum agieren muss, gönnt man sich bei den Segeln ein komfortables Flächenmaß von 300 Quadratmetern. Zum Vergleich: Das ist rund zweimal so viel wie bei einer mittelalterlichen Kogge, die jedoch doppelt so lang war und in der Regel mehre hundert Tonnen Fracht mit sich führte. „Dass diese Power auf nur 3.500 Kilo Schiffsverdrängung trifft, macht das Boot zu einem echten Racer“, so Riklin. „Pro Tonne Gewicht steht so viel Tuch im Wind, dass man damit problemlos eine 3-Zimmer-Wohnung auslegen könnte.“

Schon zwei bis drei Windstärken – nach Beaufort eine leichte bis schwache Brise – genügen, um den RC44-Boliden auf 14 Knoten (25 km/h) zu beschleunigen. Der Konkurrenz davon zu fahren, ist dennoch mehr als schwierig: Schließlich verfügen die anderen Teams über exakt dieselben Einheitsboote und teilweise äußerst finanzkräftige Sponsoren und extrem professionelle Mannschaften. In der Praxis bedeutet dies, dass das Boot von Eigner Rene Mangold als David gegen viele Goliaths kämpft. Denn durch zusätzliche Trainings oder die Optimierung von nicht festgeschriebenen, aber in der Entwicklung extrem kostspieligen Bootsdetails lassen sich durchaus Vorteile ziehen. Das weiß auch Alexander Riklin, der durchaus etwas vom Fach versteht: Immerhin wurde er 2010 bei den Drachenbooten oberösterreichischer Landesmeister. Einen Titel konnte sich die Crew um Skipper Peter Evans zwar noch nicht sichern, aber durchaus schon einige Gegner schlagen – und das heißt schon was, wenn einige der besten Teams der Welt zum Angriff blasen.
AEZ will seine über die letzten Jahre hart erarbeitete Kompetenz und sein glaubwürdiges Image im Segelsport jedoch nicht nur nutzen, um sich im RC44 Cup zu positionieren. „Wir möchten uns ganzheitlich aufstellen und auch etwas für den Seglernachwuchs tun“, so Riklin. Das AEZ Sailing Team ist deshalb seit kurzem um eine „49er-Fraktion“ reicher. Thomas Zajac und Tommy Czajka sind zwei erfolgreiche junge Österreicher, die in dieser Bootsklasse um die Qualifikation zu den Olympischen Spielen 2012 in London kämpfen.
Die erst 17-jährige Ausnahmeseglerin Lara Vadlau trägt ihre Goldmedaille bereits um den Hals. Gesichert hat sich die Österreicherin die Auszeichnung bei den Olympischen Spielen der Jugend in Singapur, die 2010 das erste Mal stattfanden. Mit einer Segelfläche von sieben Quadratmetern und einer Silhouette, die eher an Windsurfing als an eine Yacht erinnert, ist ihr Boot der Klasse Byte C II technisch nicht mit einem RC44-Boot zu vergleichen. Ihr Erfolg wiegt dadurch aber nicht minder schwer, denn schließlich hat sie sich ihren Titel ganz alleine erarbeitet. Kürzlich wurde sie vom Österreichischen Segelverband zur besten Seglerin des Jahres 2010 gekürt. „Und sie steht noch ganz am Anfang ihrer Karriere“, so Riklin. Vielleicht also sitzen Thomas, Tommy und Lara eines Tags auch bei der RC44 mit im Boot.

http://www.rc44.at/
http://www.ttsailing.com/
http://www.vadlaulara.at/
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