BULLE AN BORD

Das AEZ RC44 Sailing Team hat mit Gerd Habermüller ein neues Ass im Ärmel, muss auf einen Mann verzichten und hofft vor Kopenhagen auf den Dubai-Turbo.

Organisiert vom Royal Danish Yacht Club, gibt sich die RC44 Klasse erstmals in Dänemark und vor Kopenhagen die Ehre. Ab 8. Juni rauft die Elite der internationalen Offshore Szene zum dritten Mal im Verlauf der heurigen Championship-Series um Prestige und Punkte. Im Gegensatz zu Gmunden wird diesmal auf ein Langstreckenrennen verzichtet, bleiben die Entscheidungen in Match und Fleet Race. Zehn Syndikate zeigen Flagge, darunter das heimische AEZ RC44 Sailing Team um Christian Binder und Rene Mangold. Abermals kommt es zum teaminternen Wettstreit der BMW Oracle Granden, die erste Runde im Duell der America´s Cup Sieger ging klar an Russell Coutts und Larry Ellison, die am Traunsee gewannen was es zu gewinnen gab.

Die Österreicher, nach wie vor das einzige Amateurteam im RC44 Zirkus und seit gestern vor Ort, lassen für Kopenhagen mit zwei Neuerungen aufhorchen.

Mit Gerd Habermüller kommt geballte Kraft ins Cockpit, für den 185cm großen und 105kg schweren Grinder muss allerdings ein Mann geopfert werden, um das vorgeschriebene Maximalgewicht einhalten zu können. „Die Crew darf nicht mehr als 680 Kilogramm wiegen“, erklärt Binder, der Habermüller aus TP52 Zeiten kennt und schätzt. „Gerd ist ein echter Bulle und extrem ehrgeizig, er ist mit Sicherheit eine Verstärkung.“ Bernd Mayr, bisher am Grinder, versucht sich erstmals als Pit. Laut Binder sollte die Umstellung von neun auf acht Segler kein allzu großes Problem darstellen, einziger Haken ist die relativ kurze Vorbereitung. „Wir müssen uns erst einspielen, an den Handgriffen und der Kommunikation feilen, das geht nicht von heute auf morgen.“ Trotzdem will man eine Steigerung, der Heimevent brachte sportlich gesehen nicht ganz den gewünschten Nebeneffekt. „Wir können mehr als auf dem Traunsee gezeigt, vor allem im Fleet Race wollen wir einen Schritt in Richtung Mittelfeld machen.“

Habermüller, der im Eiskanal die Schlitten von Hubert Schösser und Wolfgang Stampfer auf Speed brachte, ließ das Anschieben 2006 sein, wechselte das Cockpit und griff zur Winsch. Zuletzt an Bord von Roman Hagara in der Extreme 40 Serie im Einsatz, spricht der 41-jährige Stockerauer von einer neuen Herausforderung und großen Ehre. „Die namhafte Konkurrenz ist wirklich beeindruckend, aber wir haben nichts zu verlieren.“ In selbe Horn bläst Christian Binder, der an die Leistung von Dubai anschließen möchte und das Steuer nach den Match Race Runden wie gehabt an Rene Mangold übergibt. „Wir sind in Gmunden zu sehr mit der Brechstange gesegelt, haben zu viele Eigenfehler gemacht und die wenigen Möglichkeiten ungenutzt gelassen. Wir können es besser und hoffen auf einen entsprechenden Lauf.“

Das Duell Boot gegen Boot beginnt am 08. Juni, zwei Tage später wird der Fleet Race Bewerb angeschossen. Der Gesamtsieger steht am 13. Juni fest.

Die Teams im RC 44 Copenhagen Cup:

Team No Way Back/NED (Pieter Heerema / Ray Davies)
Artemis/SWE (Torbjorn Tornqvist / Terry Hutchinson)
CEEREF/SLO (Igor Lah / Rod Davis)
BMW ORACLE Racing/USA (Larry Ellison / Russell Coutts)
Team Aqua/UAE (Chris Bake / Cameron Appleton)
Team Islas Canarias Puerto Calero/ESP (José Juan Calero / José Maria Ponce)
Katusha/RUS (Guennadi Timtchenko / Paul Cayard)
Team Sea Dubai/UAE (Harm Muller Spreer / Markus Wieser)
AEZ RC44 Sailing Team/AUT (René Mangold / Christian Binder)
17/USA (Ian Vickers / James Spithill)

Regattakalender 2010:
Al Maktoum Sailing Trophy Dubai/VAE 22.-27. Februar 2010
RC44 Austria Cup Gmunden/AUT 29. April – 04. Mai 2010
RC44 Copenhagen Cup Kopenhagen/DEN 08.-13. Juni 2010
RC44 Valencia Cup Valencia/ESP 27. Juli – 01. August 2010
RC44 World Championship Puerto Calero/ESP 11.-16. Oktober 2010
RC 44 Miami Cup Miami/USA 07.-12. Dezember 2010

Links: 
www.rc44.at
www.rc44.com
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