Bank Sarasin RC 44 Portoroz Cup, 30. September – 03. Oktober 09

DIE RUHE VOR DEM STURM

Ein wirtschaftlicher Etappensieg, neue wissenschaftliche Töne und keine Rücksicht vor klingenden Namen - Österreichs RC 44 Team will in der Weltliga des Hochseesegelns auf die Überholspur.

Aufgrund der anhaltenden Unstimmigkeiten in Sachen America´s Cup hat die RC 44 Championship-Tour noch mehr an Klasse und Rasse gewonnen. Nicht weniger als elf Syndikate messen sich diese Woche an der slowenischen Riviera vor Portoroz - nach dem heutigen Media Day werden am Dienstag und Mittwoch zunächst die Sieger im Match Race ermittelt.

Die Liste der Favoriten ist lang, sämtliche Skipper verfügen über exquisite Match Race Erfahrung, deren sieben können auf hoch dekorierte Einsätze im Americas´s Cup verweisen.„Verglichen mit der Champions-League treffen wir auf die Teams von Manchester, Real, Barcelona, Arsenal, Inter oder die Bayern“, ist sich Steuermann Christian Binder der schwierigen Ausgangslage durchaus bewusst. „Ich kann mich an kein hochwertigeres Starterfeld erinnern, vor Ehrfurcht müssen wir aber trotzdem nicht erstarren.“ Man sei zwar nach wie vor in einem Lernjahr, doch die Formkurve zeige deutlich nach oben. Das letzte Training mit Ray Davies, Hauptberuflich Taktiker bei Emirates Team New Zealand, verlief überaus positiv, zudem könnten die Österreicher dank wissenschaftlicher Experimente künftig zusätzliche Meter schaffen. In Zusammenarbeit mit der Universität Laibach wurde vor Portoroz der Segeldruck mittels Membranen genauestens analysiert, die Daten sollen Aufschluss über die Kräfteverteilung geben.

„Wir arbeiten auf allen Ebenen mit viel Engagement um die Lücke zu schließen, dürfen aber nicht vergessen, dass wir im Duell Boot gegen Boot verglichen mit den anderen immer noch Frischlinge sind“, weiß Trainer Alfred Pelinka, der die Österreicher im Schlagabtausch mit den Besten der Besten naturgemäß in der Außenseiterrolle sieht. Ergebnisorientierte Vorgaben bleiben daher beim Match Race eher im Hintergrund, eine weitere Steigerung wird jedoch gefordert und allgemein auch erwartet. „Die Frage der Gegenwehr ist für mich entscheidend, wenn wir die Nerven und den Überblick behalten ist die eine oder andere Überraschung durchaus möglich.“

Nach dem Match Race Bewerb werden die elf Syndikate ab Donnerstag in der Flotte um den Kurs geschickt, das Langstreckenrennen ist in die Fleet-Race Entscheidungen eingebettet. Bereits im Vorfeld dieses Tour-Stopps, bei dem sich der zweifache Olympiasieger Roman Hagara für den Trimm des Großsegels verantwortlich zeigt, landeten die Österreicher einen wirtschaftlichen Etappensieg. Der Leichtmetallfelgen Hersteller AEZ intensiviert sein bisheriges Engagement und konnte als langfristiger Partner für das Projekt gewonnen werden.


Bank Sarasin RC 44 Portoroz Cup

Zeitplan:
28. September Practice Race, Media Day
29. September Match Race
30. September Match Race
01. Oktober Fleet Race
02. Oktober Fleet Race
03. Oktober Fleet Race
(Das Long Distance Race wird im Verlauf der Fleet Race Serie absolviert)

Teams:
CAN Team Aqua, Chris Bake / Cameron Appleton
SLO Team CEEREF, Igor Lah / Sébastien Col
VAE Sea Dubai, Yousef Lahej, DIMC / Markus Wieser
USA BMW ORACLE Racing, Larry Ellison / Russell Coutts
POL Team Organika, Maciej Nawrocki / Karol Jablonski
ESP Islas Canarias Puerto Calero, Jose Juan Calero / Jose Maria Ponce
SWE Artemis, Torbjorn Tornqvist / Dean Barker
NED No Way Back, Pieter Heerema / Ray Davies
AUT Team Austria, René Mangold / Christian Binder
RUS Team Katusha, Paul Cayard
SLO Team Blue Grove Miss Slovenia, Michael Reardon / Gasper Vincec

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